217 Eier im Jahr konsumiert der Mensch durschnittlich. Damit dieser Bedarf gedeckt werden kann, müssen über 40 Millionen Hennen gehalten werden, die innerhalb eines Jahres bis zu 300 Eier legen. Dass diese enorme Legeleistung jedoch unnormal ist, wissen die Wenigsten. Dies ist ein Grund mehr, sich die Bedingungen der Eierproduktion einmal näher anzusehen. Denn 75 Prozent der in Deutschland gehaltenen Hennen werden nicht artgerecht behandelt; dies schließt Käfig-, Boden-, Freiland- und selbst die ökologische Haltung mit ein.
Auch wenn in Deutschland die Legebatterie verboten ist, sind die „alternativen“ Haltungsbedingungen alles andere als artgerecht. So müssen sich in der Kleingruppen- und Bodenhaltung mind. 12 Hühner einen m² Raum teilen. Ebenso in der Freilandhaltung sind Großbetriebe mit ca. 20.000 Tieren keine Seltenheit. Die Stallbedingungen der Bio- und Ökohaltung sind denen der Boden- und Freilandhaltung ähnlich, sodass auch hier mit einer maximalen Gruppengröße von 3.000 Hennen nicht von argerechter Haltung gesprochen werden kann.

 

Aus dem Leben einer Henne

Auf engstem Raum und von ständigem Lärm umgeben muss die moderne Henne ihr Leben fristen. Im eigenen Kot stehend, erlebt sie enormen Stress, weil ihr die Eier weggenommen werden. Die Belastung setzt ihr derart zu, dass es zur Herausbildung von kannibalistischem Verhalten kommt. In der Käfig- und Bodenhaltung wird ihr deshalb ohne Betäubung der Schnabel abgebrannt. Die Henne ist so gezüchtet, dass sie nun bis zu 30 mal mehr Eier legt, als es für eine gewöhnliche Henne üblich ist. Jeden Tag muss sie ein Ei legen, aus welchem unter normalen Umständen ein Küken schlüpfen würde. Damit die Legeleistung jedoch angeregt bleibt, werden ihr die Eier weggenommen. Nach weniger als 20 Monaten ist sie körperlich und physisch derart ausgezehrt, dass sie wegen ihrer „Unrentabilität“ im Schlachthof endet. Brutal zusammengetrieben und mit mehreren Brüchen wird die Henne zum Schlachter gebracht, damit sie als billiges „Suppenhuhn“ noch den letzten Gewinn einbringt. An den Füßen aufgehängt und von einem Strombad betäubt, wird ihr letztlich der Kopf abgeschnitten. Gehört sie zu den Hennen, die vor der Betäubung panisch sind und den Kopf heben, wird sie wie ca. 30 Prozent ihrer Argenossen bei lebendigem Leib geschlachtet.

 

Der kleine Bruder der Legehenne

Kaum ist der Bruder geschlüpft, wird dieser aussortiert. Da er nicht dahingehend gezüchtet wurde viel Fleisch anzusetzen und keine Eier legen kann, ist er aus wirtschaftlicher Sicht nutzlos. Gerade mal einen Tag alt, wird er bei lebendigem Leib geschreddert, zerquetsch oder vergast. Er und seine 50 Millionen „unprofitablen“ Brüder werden auf diese Weise jährlich getötet. Egal ob es sich um Käfig-, Boden-, Freiland- oder Bio- bzw. Ökohaltung handelt: Das männliche Eintagsküken ist stets das ungewollte Nebenprodukt der Eierindustrie.

 

Wem Eier schaden

Doch nicht nur die einzelnen Individuen in der Eierproduktion leiden unter der grausamen Industrie. Die Folgen unseres Eikonsums sind sowohl für die Umwelt, als auch für unsere Gesundheit alarmierend. Für ein innerhalb der Massentierhaltung gelegtes Ei werden 200 Liter Wasser verschwendet. Die sich bei der Eigewinnung ansammelnden Fäkalien und Abgase sind dabei derart hoch, dass sie die Umwelt stark belasten.
Der provisorische Einsatz von Antibiotika ist durch die extremen Bedingungen der Intensivtierhaltung zwingend, jedoch stellt dieser massive Einsatz pharmazeutischer Erzeugnisse für den Menschen ein Risikofaktor dar. Doch nicht nur das, auch das Futtermittel der Hennen kann für den Konsumenten eine Bedrohung sein, wie Dioxinskandal oder mit Schimmelpilzen kontaminiertes Futter bereits bewiesen haben.

Für eine gesunde Ernährung, empfiehlt es sich also Eier durch rein pflanzliche Alternative zu ersetzen, wie eine Studie der USC Universität zeigt. Menschen, die sich ausschließlich von pflanzlichem Protein ernähren, weisen hierbei ein geringeres Krebsrisiko und eine höhere Lebenserwartung auf.

 

 

Quellen:
Destatis: statistisches Bundesamt, 2013
Statista, 2013
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

University of Southern California: Low Protein Intake Is Associated with a Major Reduction in IGF-1, Cancer, and Overall Mortality in the 65 and Younger but Not Older Population, 2013.