10.000 Liter Milch produziert die industriell gehaltene Kuh im Jahr, obwohl sie unter normalen Umständen gerade einmal 3.000 Liter produzieren könnte. Dies entspricht ungefähr der Menge an Muttermilch, die ein neugeborenes Kalb zum Wachsen benötigt. Denn wie wir Menschen, gibt eine Kuh nur dann Milch, wenn sie auch ein Säugling erwartet, welches ernährt werden muss. Damit die Kuh also unseren enormen Konsum von 92 Milliarden Litern Milch im Jahr decken kann, muss sie ständig schwanger gehalten werden. Das daraus entstehende Kalb ist hierbei nichts weiter als ein Nebenprodukt, welches schnellstmöglichst von der Mutter entfernt werden muss, damit die produzierte Milch an den Menschen weiterverkauft werden kann.

 

Milch zerstört Familien

Die Bindung zwischen Mutter und Kind ist bei Rindern überaus innig und von großer Fürsorge geprägt. Wurde die Mutter künstlich befruchtet und ihr Kind geboren, wird ihr dieses bereits nach wenigen Tagen wieder entrissen, damit das Kalb die gewinnbringende Muttermilch nicht „verbraucht“. Sowohl für die Mutter, als auch für ihr Kind stellt dies eine derartige psychische Belastung dar, dass beide noch wochenlang nach ihrer Trennung traumatisiert sind. Egal, ob es sich um Massenhaltung, Bio oder Milch vom Bauern nebenan handelt: Der Mutter wird ihr neugeborenes Kind stets brutal entrissen, damit dieses der Industrie nicht die Milch „wegtrinkt.“ Für die Mutter wiederholt sich diese qualvolle Prozedur solange, bis sie in Folge der unnatürlichen Anstrengungen vollkommen ausgezehrt und deshalb nicht mehr „rentabel“ ist. Obwohl eine Kuh bis zu 20 Jahre alt werden kann, endet die industriell gehaltene Kuh bereits nach 4 Jahren im Schlachthof, um zu Wurst oder Hundefutter verarbeitet zu werden. Ihre Kinder ereilt ein ähnlich grausames Schicksal. Von der Mutter isoliert und in einem sogenannten “Kälberiglu” untergebracht, werden sie mit Ersatzmilch gefüttert. Männliche Kälber werden dabei als Abfallprodukt der Milchindustrie bereits nach kurzer Zeit zum Schlachter gebracht, um als Kalbsfleisch weiter verkauft zu werden.

 

Aus dem Leben einer „Milchkuh“

Das weibliche Kalb erwartet hingegen ein Leben als sogenannte „Milchkuh“. Hat sie ihr zweites Lebensjahr vollendet, wird sie gegen ihren Willen künstlich befruchtet. Wie bereits sie ihrer Mutter entrissen wurde, wird nun auch ihr das Kind weggenommen. Ihr trostloses Dasein verbringt sie verstört und beengt auf gerade einmal 4,5 m² Fläche, wo sie permanent an die Melkmaschine angeschlossen wird. Da sie das Ergebnis enormer Überzüchtung ist, produziert sie nun derart viel Milch, dass ihre Euter auf das 10-fache ihrer normalen Größe anschwellen. Diese unnatürlich hohe Milchproduktion ruft bei der Mutterkuh schmerzhafte Euterentzündungen, Lahmheit und Fertilitätsprobleme hervor, sodass sie bereits nach wenigen Jahren „unprofitabel“ ist und geschlachtet wird. Ihr kurzes Leben ist von permanenter Angst, Schmerz und Trauer um ihre verlorene Kinder geprägt.

 

Milch macht krank

Kuhmilch ist auf die individuellen Bedürfnisse des Kalbes ausgelegt. Damit dieses in kurzer Zeit schnell wachsen kann, enthält die Muttermilch Wachstumshormone und ist auf das Verdauungssystem des Kindes abgestimmt. Folglich ist diese Milch nicht für den Menschen gemacht, sodass der Verzehr von Milchprodukten zu Unverträglichkeiten und Allergien führen kann. Zahlreiche Studien belegen, dass Krankheiten wie Akne, Osteoporose und Krebs durch den Konsum von Kuhmilch begünstigt werden. Auch Pestizide, Homrone und Schwermetalle, die sich in der Kuhmilch ablagern, schädigen den menschlichen Organismus nachhaltig. Für eine gesunde Ernährung empfiehlt es sich also, Milchprodukte durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen.

 

 

Quellen:
Statistisches Bundesamt, 2012
Severin Carrel: The Independent, 2003.
NDR 45 Minuten: Die Milchlüge, 2012.
Handbuch der Milch- und Molkereitechnik, Hrsg.: Tetra Pak P. GmbH, 2003.
Feskanich et al: Milk, Dietary Calcium, and Bone Fractures in Women: A 12-Year Prospective Study,1997.