Globale Erwärmung, Klimawandel, ansteigende Meeresspiegel, Treibhauseffekt – diese Begriffe sind uns allen geläufig. Die damit einhergehenden Folgen für den Planeten sind alarmierend, denn unserem weiteren Überleben droht ernste Gefahr, wenn sich nicht möglichst bald etwas ändert. Während einige Wissenschaftler versuchen, die Katastrophe durch Fahrradfahren abzuwenden, wissen Experten längst, dass die Quelle unserer Umweltprobleme an einer anderen Stelle sitzt: Nämlich an der sogenannten Nutztierhaltung.

 

Milch und Fleisch machen den Unterschied

Laut einer Studie des Worldwatch Institutes werden bis zu 52 Prozent der Treibhausgasemissionen durch Mastanlagen und die Verarbeitung von Tierprodukten erzeugt. Doch selbst nach der wesentlich geringeren Einschätzung der FAO, welche die Emissionen auf ca. 20 Prozent schätzt, würde die Fleisch- und Milchproduktion immer noch mehr Treibhausgasemissionen erzeugen, als der gesamte weltweite Verkehr. Wie aus dem Klimabericht des Potsdam-Institutes für Klimaforschung hervorgeht, können durch eine vegane Ernährung die landwirtschaftlich bedingten Emissionen von Methan und Lachgas um mehr als 80 Prozent verringert werden.

Unsere Nutztierhaltung birgt darüber hinaus weitere Gefahren, wie Nährstoffanreicherung, Nitratbelastung und Medikamentenrückstände, die Boden und Grundwasser nachhaltig vergiften können. Bereits die Ausscheidungen der unzähligen Tiere stellen ein ernstes Problem dar. Alleine 80.000 Schweine produzieren so viele Exkremente wie 180.000 Menschen. Diese Unmengen an Gülle haben bereits jetzt irreversible Schäden angerichtet, wie „tote“ Stellen in unseren Gewässern zeigen.

 

Wie wir die Welt aufessen

Für die Fleischproduktion werden wesentlich mehr Flächen in Anspruch genommen, als für die Pflanzenproduktion. Mehr als 70 Prozent der weltweit verfügbaren Flächen gehen hierbei allein für die Futtermittelproduktion verloren. Weil in Deutschland das Futtermittel knapp ist, mästen wir die hier lebenden Nutztiere mit gentechnisch verändertem Soja aus Brasilien und Argentinien. Allein für die Massentierhaltung wird hierfür alle 3 Sekunden eine fußballfeldgroße Fläche Regenwald abgeholzt. Und das obwohl 1 Mrd. Menschen täglich hungrig zu Bett gehen muss und jährlich 2 Mio. Kinder verhungern. Würde allein in den USA der Fleischkonsum um 10 Prozent verringert, könnte genug Getreide eingespart werden, um davon 60 Mio. Menschen zu ernähren. Denn um einen Kilogramm Fleisch zu erzeugen, müssen rund 16 Kilogramm Getreide verfüttert werden. Diese Ineffizenz schlägt sich ebenso im Trinkwasserverbrauch nieder: 20.000 Liter Wasser werden für einen Kilogramm Fleisch verschwendet, während bereits jetzt 2 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Wer also der Umwelt, hilfsbedürftigen Menschen und sich selbst etwas Gutes tun möchte, sollte Tierprodukte durch ihre pflanzlichen Alternativen ersetzen. Denn wie die Langzeitstudie der amerikanischen Southern California Universität zeigt, senkt eine vegane Ernährung das Krebsrisiko und erhöht die Lebenserwartung.

 

 

Quellen:
Potsdam Institut für Klimaforschung, 2010.
Süddeutsche.de: weniger Fleisch – weniger Treibhausgase, 2010.
Worldwatch.org, 2009.
Food and Agriculture Organisation of the United Nations: Global Forest Resources Assassment. 2010.
US Department of Agriculture Economic Research Service, 2004.
UNESCO-IHE: Institute for Water Education, 2005.

University of Southern California: Low Protein Intake Is Associated with a Major Reduction in IGF-1, Cancer, and Overall Mortality in the 65 and Younger but Not Older Population, 2013.